Führungswechsel und neues Schutzkonzept bei der Gütersloher Faltbootgilde

Norbert Kleinegrauthoff hatte es im Vorfeld angekündigt: bei unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung am 28.01.2026 würde er nicht zur Wiederwahl für das Amt des ersten Vorsitzenden zur Verfügung stehen. Mit emotionalen Worten blickte er auf 43 Jahre ehrenamtliche Vorstandsarbeit für unseren Verein zurück und gab zu, dass ihm, der ganz klar mit dem „Virus Ehrenamt“ infiziert ist, diese Entscheidung einerseits schwergefallen ist, ihn andererseits aber die Vorstellung lockt, bei der Faltbootgilde auch „einfach mal Mitglied“ zu sein und nur zum Paddeln zum Bootshaus zu kommen. Vom Fahrtenwart, über das Schreiben der Vereinsbriefe auf einer Reiseschreibmaschine als Schriftführer, den Bootshausbrand und anschließenden Neubau des Bootshauses, der Übernahme des Amtes als ersten Vorsitzenden von Rolf Theiß 2016, multiresistente Keime in der Ems, Corona mit eingeschränktem Sportbetrieb und digitalen Jahreshauptversammlungen: Norberts Zeiten im Vorstand der GFG waren durchaus wechselhaft und von Herausforderungen geprägt, aber auch von einem tollen Miteinander im Verein und gegenseitiger Unterstützung im Vorstand. Fritz Husemann, zweiter Vorsitzender der Faltbootgilde und langjähriger Freund Norberts betonte in seinem persönlichen Abschied die verlässliche und ausgleichende Art unseres bisherigen Vorsitzenden, der die Faltbootgilde nicht nur 10 Jahre lang geleitet, sondern dem Verein gleichzeitig Raum gegeben hat, sich zu entwickeln.

Zahlreiche Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung erschienen, um Norbert Kleinegrauthoff als ersten Vorsitzenden gebührend zu verabschieden und mit großer Mehrheit Felix Nordhorn als neuen ersten Vorsitzenden zu wählen. Felix, der mit seiner Familie häufig am Bootshaus präsent ist und bereits in der Vergangenheit angepackt hat, wo es ging, freut sich auf die neue Verantwortung und kann sich auf die Unterstützung seiner Vorstandskollegen sowie von Norbert, der ihn gerne in die neuen Aufgaben einarbeitet, verlassen. Wie Norbert Kleinegrauthoff bereits in seinem Rückblick auf das Jahr 2025 zusammenfasste, bilden die Vorstandskolleginnen und -kollegen ein tolles Team, in dem die ehrenamtliche Arbeit gut verteilt ist. Der Wahl des ersten Vorsitzenden folgten turnusgemäß die Wiederwahlen von Klaus-Christian Nottbrock als 1. Bootshauswart, Christian Ahrens als Schriftführer und Anne-Christine Büteröwe als Pressewartin. Das Amt der Sozialwartin – durch Nina Thumann 2025 erstmalig in der Geschichte der GFG besetzt – übernahm Anna Frischholz, da Nina Thumann aus beruflichen Gründen zurücktreten musste. 

 

 

Auch im Jugendvorstand gibt es Veränderungen: Unsere langjährige erste Jugendwartin Lydia Garnschröder stellte sich ebenfalls nicht zur Wiederwahl zur Verfügung und wurde vom bisherigen zweiten Jugendwart abgelöst. Dafür wurde Julius Pöppelmann als zweiter Jugendwart gewählt. 

Eine weitere Neuerung bei der Gütersloher Faltbootgilde ist das einstimmig und mit großer Zustimmung durch die Mitgliederversammlung genehmigte Schutzkonzept zur Vermeidung interpersoneller und sexualisierter Gewalt. Seit Februar 2024 erarbeitete eine Gruppe von sechs Vereinsmitgliedern unter Berücksichtigung von Rechtsfragen, Vereinsstrukturen und der praktischen Umsetzbarkeit ein individuelles Schutzkonzept, mit dem die GFG ihrer Verantwortung und Verpflichtung im Rahmen des Gesetzes zum Schutz des Kindeswohls und zur Weiterentwicklung und Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen nachkommt und gleichzeitig eine Vorreiterrolle unter den Sportvereinen übernimmt. Fachliche Unterstützung bekam das Team vom Landessportbund NRW, dem Kreissportbund Gütersloh und dem Kanuverband NRW. Bei der Erarbeitung des Schutzkonzeptes ging es nicht nur um das Lesen von Vorgaben oder das Ausfüllen von Checklisten, sondern um das ehrliche Hinterfragen bestehender Strukturen, um offene Diskussionen, um Verantwortung und um den gemeinsamen Willen, unseren Verein sicherer und achtsamer zu gestalten. Diese Arbeit erforderte Mut, Ausdauer, Teamgeist und ein hohes persönliches Engagement. Mit ihrer Arbeit hat die Gruppe einen nachhaltigen Beitrag zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Personen geleistet und gleichzeitig die Grundlage für Vertrauen, Transparenz und Handlungssicherheit im Vereinsleben geschaffen.

Mit der Aktion #SPORTEHRENAMT überrascht des Landessportbund NRW würdigte der Vorstand das besondere Engagement von Doris Schmiedecke und überreichte der sichtlich überraschten Trainerin ein Überraschungspaket mit verschiedenen Goodies.

 

 

Die Gütersloher Faltbootgilde freut sich auf ein veranstaltungsreiches Jahr 2026 mit zahlreichen Kanu-Touren und geselligen Veranstaltungen am Bootshaus. Ein Wehrmutstropfen überschattet die ansonsten positive Stimmung im Verein: Das Hallenbad der Michaelisschule, das seit Jahren nicht mehr genutzt werden kann, steht weiterhin nicht zur Verfügung. Dadurch fehlen uns insbesondere im Winter Trainingsmöglichkeiten, um essenzielle Techniken wie die Kenterrolle zu erlernen und zu üben.

Schutzkonzept zur Vermeidung interpersoneller und sexualisierter Gewalt

Der Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Personen ist für die Gütersloher Faltbootgilde ein zentrales Anliegen. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, hat sich unser Verein bewusst auf den Weg gemacht, ein umfassendes Schutzkonzept zu entwickeln.

Der Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Personen ist dabei nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch gesetzlich verankert. Basis für alles rund um das Schutzkonzept ist das „Gesetz zum Schutz des Kindeswohls und zur Weiterentwicklung und Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen“, welches am 1.5.22 in Kraft getreten ist. Es geht um die gemeinsame Verantwortung: Leitungsebene (Vorstand), Mitarbeitende (ÜL), Sportlerinnen und Sportler – aber auch Außenstehende (z.B. zur Information und auch Beteiligung). Hierzu gab es in der Faltbootgilde bereits eine Sensibilisierungsschulung und wird es selbstverständlich noch weitere Schulungen geben.

Schutzkonzepte umfassen immer ein Bündel von Maßnahmen auf allen Ebenen und es ist ein Zusammenspiel aus einer (Risiko-) Analyse, eventuellen strukturellen Veränderungen, Vereinbarungen, Absprachen und einer Haltung und Kultur in der Organisation!

Unser Schutzkonzept wird „nie“ fertig sein, denn es „lebt“, u.a. durch neue Anforderungen (z.B. Vorgaben für Zuschüsse), durch bauliche Veränderungen, durch neue Strukturen im Verein etc.

Der Vorstand und der gesamte Verein sprechen der PSG-Arbeitsgruppe ihren aufrichtigen Dank und ihre besondere Anerkennung aus. Die Erarbeitung des Schutzkonzeptes war definitiv kein formaler Pflichttermin und kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langwieriger, anspruchsvoller und oftmals auch belastender Prozess. Über einen Zeitraum von rund zwei Jahren hinweg haben die Mitglieder der PSG-Arbeitsgruppe ihre Freizeit, viele Abende nach Feierabend und zahlreiche zusätzliche Stunden investiert, um sich intensiv mit diesem sensiblen und verantwortungsvollen Thema auseinanderzusetzen. Dabei ging es nicht nur um das Lesen von Vorgaben oder das Ausfüllen von Checklisten, sondern – und das ist z.B. auch besonders wichtig – um das ehrliche Hinterfragen bestehender Strukturen, um offene Diskussionen, um Verantwortung – und um den gemeinsamen Willen, den Verein sicherer und achtsamer zu gestalten. Diese Arbeit erforderte Mut, Ausdauer, Teamgeist und ein hohes persönliches Engagement.

Dass jetzt ein geprüftes und tragfähiges Schutzkonzept vorliegt, ist in erster Linie dem Einsatz der PSG-Arbeitsgruppe (Prävention sexualisierter Gewalt) zu verdanken, die im Februar 2024 eingesetzt wurde. Mit ihrer Arbeit hat sie einen nachhaltigen Beitrag zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Personen geleistet und gleichzeitig die Grundlage für Vertrauen, Transparenz und Handlungssicherheit im Vereinsleben geschaffen.

Der Arbeitsgruppe gehörten folgende Mitglieder an:

  • Nina
  • Doris
  • Marie-Sophie
  • Nils
  • Thomas
  • Detlef

Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich. Der Verein weiß die geleistete Arbeit sehr zu schätzen und bedankt sich ausdrücklich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz, ihre Verlässlichkeit und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Die Mitglieder der PSG-Arbeitsgruppe arbeiteten über den gesamten Projektzeitraum hinweg eng und vertrauensvoll zusammen. Sie nahmen an Schulungen und Fachveranstaltungen des Kreis- und Landessportbundes teil, brachten die gewonnenen Erkenntnisse in die Vereinsarbeit ein und setzten diese mit großer Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein um. Durch ihre unterschiedlichen Erfahrungen und der Offenheit im Austausch ist es gelungen, ein Schutzkonzept zu entwickeln, das nicht nur die formalen Anforderungen erfüllt, sondern auch im Vereinsalltag gelebt werden kann.

Download des Schutzkonzeptes

Jahreshauptversammlung am 28. Januar 2026

Liebe Vereinsmitglieder,

zu unserer diesjährigen ordentlichen Jahreshauptversammlung

am Mittwoch, dem 28.1.2026, laden wir Euch herzlich ein.

Beginn: 20.00 Uhr im GFG-Bootshaus!

Für die JHV 2026 stehen folgende Tagesordnungspunkte auf dem Programm:

  1. Begrüßung durch den Vorsitzenden

  2. Bericht des Vorsitzenden

  3. Information zum Schutzkonzept der GFG mit anschl. Mitgliederbeschluss

  4. Berichte der Fachwarte

  5. Bericht des Bootshauswartes

  6. Bericht der Kassenprüfer

  7. Entlastung des Vorstandes

  8. Neuwahl von folgenden Vorstandsämtern:

    • 1. Vorsitzenden

    • stellvertretender Fahrtenwart

    • Bootshauswart

    • Schriftführer

    • Pressewart

    • Sozialwart

  1. Wahl 2. Kassenprüfer

  2. Bericht Jugendvollversammlung

  3. Bestätigung des Berichtes der Jugendvollversammlung

  4. Vorschau auf 2026

  5. Verschiedenes

Der Vorstand freut sich auf eine gute Beteiligung am 28.1.2026!

Noch ein letzter Punkt / Nachtrag:

Die JHV bietet sich natürlich auch besonders gut an, die Abrechnung

des Getränkebuches im Bootshaus vorzunehmen. Wer also noch einen

offenen Saldo dort hat, kann diesen gerne am 28.1.2026 begleichen.

Weihnachtsgruß 2025

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der GFG,

Weihnachten und der Jahreswechsel stehen vor der Tür und wir blicken auf eine Saison voller spannender Momente auf dem Wasser & gemeinsamen Momente und Veranstaltungen in und an unserem schönen Bootshaus zurück. 

Herausforderungen haben wir gemeinsam als „wir“ gemeistert und darauf bin ich besonders stolz. Denn ohne euren Einsatz, ob beim Training, bei der Pflege des Bootshauses oder bei unseren Veranstaltungen, wäre all das nicht möglich. 

Für die bevorstehenden Feiertage wünsche ich euch und euren Familien eine besinnliche und erholsame Zeit. Ich freue mich darauf, euch alle gesund und munter im neuen Jahr wiederzusehen, spätestens auf unserer Jahreshauptversammlung. 

Frohe Weihnachten und ein gesundes, frohes Jahr 2026 mit vielen gemeinsamen Aktivitäten wünschend,

Euer Norbert