Die Gütersloher Faltbootgilde trauert um Erwin Aulenkamp

Wasser war sein Lebens-Motto, so könnte man den Lebensweg von Erwin Aulenkamp beschreiben, der am 7. September 2017, verstorben ist.

1925 geboren, wurde er schon früh mit dem Element Wasser in Verbindung gebracht, denn sein Vater Hermann, war die treibende Kraft zur Gründung der Gütersloher Faltbootgilde im Jahre 1931 sowie dem Bau des 1. Bootshauses an der Ems-Brücke der Herzebrocker Straße, im Jahre 1932. Sohn Erwin, fasziniert von der treibenden Kraft seines Vaters, erlebte auch den Bau des 2. Bootshauses, mit der Einweihung 1936 am heutigen Standort. Diese Tatkraft seines Vaters und der damaligen GFG-Kanuten begleitetete ihn dann über viel Jahre selber äußerst aktiv. Die Kriegsjahre mit dem oliven Tarnanstrich des Bootshauses, den Zwangs-Einzug von „Mietern“ ins Bootshaus. Die Nachkriegs-Jahre zeigten dann aber nochmal deutlich den großen Zusammenhalt der Gründer- und Nachkriegs-Generation.

In diesem Umfeld entwickelte sich dann Erwin Aulenkamp aus der kleinen Möbelfabrik seines Vaters in Niehorst, zu einem Wassersport-Kenner erster Güte. Sein Hobby zum Beruf zu machen war für ihn eine Aufgabe, die er mit ganz viel Herz und Einsatz lebte. Damit war es auch logisch, dass er seinen kleinen Nebenbei-Wassersport-Handel in Niehorst, nach Gütersloh an die Hohenzollern-Straße verlegte. Hier baute er sein Wassersport-Geschäft dann auf, zu einem weit über Gütersloh hinaus bekannten und beliebten Anlaufpunkt für Surfer, Segler, Motorboot-Fahrer, aber auch besonders für Kanu-Freizeit-Wassersportler. Es gab nichts, was Erwin nicht möglich machte, Reparaturen von Booten und Motoren, Segelschein- und Motorboot-Führerschein-Kurse. In der Zeit seiner wirtschaftlichen Veränderung stand er auch der GFG Gütersloh immer sehr nahe. Junge Kanu-Karrieren haben im Laden von Erwin Aulenkamp ihren Anfang gefunden und sind noch heute aktiv in der GFG Gütersloh.
Viele Jahre als gestaltendes Mitglied im GFG-Vorstand, hatte er großen Anteil daran, dass die GFG Gütersloh sich modern in die Zukunft entwickelte. Die logische Folge war, dass durch Kajaks aus Polyester-Material, der Faltbootsport sich dramatisch in Richtung Sportlichkeit veränderte. Auf einmal waren Fluss-Befahrungen mit den neuen starren Booten möglich, die dem sportlich orientierten Kanuten und dem Natur-Erlebnis, nahezu keine Grenzen mehr setzten.

Dieses wurde Anfang der 60er Jahre vom damaligen Vorstand, mit Erwin Aulenkamp, maßgeblich mit beeinflusst. Dieses war die Initial-Zündung der modernen GFG Gütersloh, die mit ihren grandiosen Erfolgen in der jahrzehntelangen Jugendarbeit, großen Anteil an der heutigen modernen GFG Gütersloh gipfelt.

Der Bootshaus-Brand, diese Brandstiftung am 19. Februar 2013, hatte ihn tief getroffen. Die Abschieds-Party vom alten Bootshaus zeigte ihn noch mal tief bewegt. Schließlich war Erwin Aulenkamp, der einzig noch Lebende in der GFG, der wusste, was es heißt, ein Bootshaus zu bauen. 2 x hatte er das als Kind ja schon erlebt, nur unter diesen dramatischen Umständen noch nicht. Trotz fortschreitendem Alter ließ er sich immer wieder zur Baustelle fahren, um den Neubau zu verfolgen.

Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, die Einweihung des neuen Bootshauses am 9. Mai 2015 aktiv zu erleben. Der besondere Charme für die GFG und alle Beteiligten lag an diesem Tage auch darin, dass seine Söhne Roland und Jochen sowie sein Enkel Lino aktiv den Neubau des GFG Bootshaus mit betrieben haben. Der Name Aulenkamp hat die GFG Gütersloh geprägt und wird auch weiterhin in der GFG leben.

Die GFG Gütersloh trauert mit seiner Familie um einen engagierten Wegbegleiter und Naturfreund, aber ganz besonders um den Menschen Erwin Aulenkamp, der wie kein zweiter, die lebendige Geschichte der GFG verkörperte.

GFG-Vorstand
1. Vorsitzender Norbert Kleinegrauthoff
Rolf Theiß

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